Der Unterbau

Die Universität sollte gebaut sein, wie eine schöne Frau. Der Busen der Universität, das an was man sich vertrauensvoll anlehnt, der Verwaltungsapparat also, sollte groß und üppig sein, damit man immer ein Plätzchen findet, zu dem man gehen kann. Die Taille, der Hingucker der Universität, sind die schmückenden und natürlich auch funktionalen Professoren. Die Taille sollte schlank und adrett gehalten werden. Die Professoren sollten da, aber nicht übermäßig überladen sein. Das Fahrgestell der Uni, der Hintern, das worauf die Meisten beim zweiten Blick achten und viel wichtiger noch, worauf man sitzt, sollte ein wohlgeformter, großzügiger Unterbau sein. Dieser Unterbau sollte angefüllt mit kompetenten Mitarbeitern sein, die sowohl im Bereich der Projektarbeit, als auch in der Lehre vorzügliche Arbeit leisten. Die langen Beine der Universität, schlank, sportlich und voranbringend, sind dann die Studenten, die das Image nach ihrem Abschluss nach außen tragen und ebenso, wie Busen, Taille und Po, einige hingerissene Blicke einfangen.
Jena hat ganz im Gegensatz zu der von mir vorab aufgezeichneten Aphrodite allerdings eher eine unförmig barocke Frau zum Vorbild, die weniger an eine griechische Göttin erinnert, als vielmehr an eine alte Vettel mit Hühnerbeinen.
Wo liegen die Problemzonen?
Nun, es fängt mit dem Busen an, der mag zwar üppig unterfüttert sein, was beim Betrachter oder besser beim Bedürftigen ankommt, ist allerdings weniger als ein kleiner Hängebusen. Dieser verweist direkt auf die zum Körperbau verhältnismäßig ausladende, um nicht zu sagen wulstige Taille. Weil es so viel Taillenspeck gibt, ist der Hintern kaum zu sehen. Im universitären Sprachduktus könnte man fast sagen, es gibt keinen tragfähigen Unterbau. Dieser proportionale Mangel liegt darin begründet, dass alle Pölsterchen aus dem Hinten aus reiner Notwendigkeit zum Lebenserhalt danach streben, sich an der Taille festzusetzen.
Wie Stöcke, da es keinen weichen, weiblichen Übergang vom Hintern zu den Oberschenkeln gibt, wenn der Hintern zur Taille will, ragen die stacksigen Beine aus dem unförmigen Leib unserer Universität. Fette Stöcke, erinnert man sich an die letzte Kolumne. Fett, aber unproportional, wie das ganze Gebilde. Hier vor uns sehen wir weniger Pamela Andersen, als vielmehr die Hexe Baba Yaga aus dem russischen Märchen, übrigens gespielt, von einem Mann…

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~ von otzblog - März 13, 2009.

4 Antworten to “Der Unterbau”

  1. Du bist mutig. Das Lesen macht Spass; selbst die Baba tanzt vor Freeude einen Tanz. Huch, zusammen mit Hundertwasser und Klimt müssten wir doch eine Uni nach Deinen Vorstellungen entwerfen können. Vielleicht das Konzept mit Hilfe der Emotionalen Intelligenz noch mehr ins Herz bringen, dann erfreuen sich die Betrachter viel mehr als an linearen Dimensionen – wenn ich das so anmerken darf. Du hast Recht, liebe Susi.Schönheit ist weiblich.

    Liebevoll betrachtend
    Burcado

  2. Vielleicht sollten wir Rektor Dicke mal eine von den Erziehungswissenschaftsblondinen mit 90:60:90 Maßen aufs Zimmer schicken, damit er sich so einen wohlgeformten, weiblichen Körper nochmal ansehen kann… nur zur Erinnerung daran, wie sowas geformt sein kann, meine ich. Der Mann arbeitet nämlich wahrscheinlich einfach zu viel am Schreibtisch, da verliert man vielleicht den Blick aufs wesentliche 🙂

  3. Oh wow, du findest Pamela Anderson weiblich? Bitte? Ist an der irgendwas echt, außer vielleicht ihrer genetischen Anlage zur Frau?

  4. Also ich find sie schon auch schnuckelig… naja, bis auf den Busen vielleicht. Ich glaub so ein riesen Ding braucht keine Uni 😉 Und auch sonst niemand, würde ich vermuten…

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