Mit Vorsatz

Ganz so geht es dann doch nicht, ließ ich mir sagen, als ich dieses Jahr, getreu der „Du darfst“ Werbung verkündete: Ich will so bleiben wie ich bin. Vorsätze bräuchte man schon, die bringen einen voran. Meine Meinung, dass man nicht die Jahreswende braucht, um beständig an den kleinen menschlichen Fehlern herumzupfeilen, die man hat, verhallte ungehört. Also dann. Eingehend habe ich überlegt, was ich gern mit Vorsatz tun würde. Eingefallen ist mir dazu etwas, was ich lieber nicht mit Vorsatz tue, nämlich von der Kahlaischen Straße in Richtung Stadtzentrum direkt hinter dem Fußgängerüberweg verbotenerweise links abbiegen. Aber das ist ja auch gar kein Problem. Wenn ich nicht Blinke, tue ich es nicht mit Vorsatz. Also mein erster Vorsatz fürs neue Jahr: Nicht mehr blinken, wenn da ein Zwangspfeil geradeaus ist, ich aber abbiegen will.
So weit so gut. Mein zweiter Vorsatz hat etwas mit Vorsetzen zu tun. Vorgesetzt bekommt man nämlich in der Mensa generell ungesalzenes Essen, um nicht zu sagen geschmacksneutrales Allerlei. Nun bin ich meistens zu faul, mich von meinen gerade ergatterten Platz zu erheben und auf die Suche nach einem noch vollen Salzstreuer zu machen. Da diese Rarität in der Abbe-Mensa ungefähr so selten ist wie ein Euro aus dem Vatikan, lohnt sich die Suche meist auch nicht. Aber es sollte schon schmecken, was man sich in den Rachen schiebt. Mein zweiter Vorsatz fürs neue Jahr: Wenn das Essen in der Mensa nach nichts schmeckt, dann nicht verzagen, sondern die Mensaangestellten fragen.
Vielleicht, um die Sache abzurunden und drei ist ja auch eine gute Zahl, sollte ich noch einen Vorsatz mich persönlich betreffend notieren. Oft genug wird schließlich Kritik an meiner direkten, wenn Dank vorangegangener Vorsatzeskapaden auch nicht mehr taktlose Art geübt. Manch einer kritisiert meinen spitzen Humor, meine spitze Zunge, die Haare auf meinen Zähnen, meinen Eigensinn, meine Sturheit, meine strikten Bemühungen zur Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, die ich auch von anderen erwarte, meinen Aktionismus, Strebsamkeit, die lässiges Kaffeetrinken in der Mensa verhindert… Mein dritter Vorsatz fürs neue Jahr: Guck dir genau an, wer deine Freunde sind.

Und weil ich getreu diesem Vorsatz immer an das denken muss, was mein Vater mir mal erzählt hat, hier noch eine Weisheit für das Jahr 2009:

Es war einmal eine Maus, die rannte vor einer Katze davon. Dabei huschte sie über eine Weide und stieß mit einer Kuh zusammen. Die Kuh blickte auf die Maus hinunter und fragte sie argwöhnisch, was sie da tue. Die Maus keuchte, sie fliehe vor der Katze, die wolle sie fressen. Gutmütig deutete die Kuh hinter sich und versprach der Maus, sie vor der Katze zu verstecken. Die Maus schlich hinter die Kuh und schloss die Augen. Die Kuh drückte und zack versank die Maus in einem Fladen dunkelgrüner Ausscheidungen. Lächelnd schlich die Katze heran und zog die Maus aus dem Kuhdung, leckte sie ab und fraß sie. Und die Moral von der Geschicht? Nicht jeder der dich anscheißt, ist dein Feind und nicht jeder, der dich raus holt dein Freund!

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~ von otzblog - Januar 2, 2009.

2 Antworten to “Mit Vorsatz”

  1. Wenn ich es jetzt noch nicht getan habe, dann wünsche ich hiermit all meinen Lesern ein gesundes, erfolgreiches und vor allem glückliches Jahr 2009 🙂

  2. Nachträglich noch danke! Mal sehen, ob mich diese einprägsame Weisheit in diesem Jahr weiterbringt. 🙂

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