Kurz vor durchgedreht

Diesen Mittwoch war es soweit, die erste Über-Druck Sendung dieses Semesters lief über den Äther. Da der CampusTv’sche Kameraguru sich in wärmere Gefilde verabschiedet hat, um dort mit den Zugvögeln den Winter zu verbringen, musste ich nun ran. Nach langjähriger Erfahrung als Tonassi fühlte ich mich dem Druck gewachsen, der auf mir lastete, als ich erfuhr, dass ich nun die Literaturkritik drehen würde. Geduldig wie eh und je harrte der Moderator Christian Franke, oder unter Kennern der Szene auch einfach Franki, aus, während ich mir vor Ort Einstellungen überlegte, Laub hin und her warf um die Szene schön auszugestalten und Steinfiguren verrückte, damit der Bildrand perfekt ausgefüllt war. Als ich das Kommando zum Drehstart gab, streckte Norman, der neue Tonassi, die lange Teleskopstange mit dem im „Dead Cat“ versteckten Mikro aus und gespannt drückte ich auf Record.
Nichts.
„Bist du sicher, dass du das Mirko in den richtigen Eingang gesteckt hast?“
Wage ich mich vor und betaste das Gehäuse der Kamera.
Mikro steckt.
Ich drehe ein wenig am Stecker, halte das Kabel gerade und lasse es augenblicklich wieder los, um mir die Kopfhörer von den Ohren zu reißen. Norman hebt nur eine Braue. Es war der richtige Stecker, nur leider hilft das alles nichts, bei Wackelkontakt. Aber keine Panik, denke ich mir, bei CampusTv ist man ja Leid gewöhnt. Also umgehen wir den bösartigen Wackelkontakt und drehen mit dem Kameramikro. Natürlich brauchen wir dazu absolute Stille. Kein Problem, denn wir drehen in idyllischer Natur. Nachdem ich mich mit dieser zweitbesten Lösung arrangiert habe, stelle ich das Stativ auf eine neue Position, drehe die Halterungen fest und will mich an den Schwenk wagen. Keine große Sache. Eigentlich.
Aber wenn der Schwenkarm nicht mehr festzustellen geht, weil die kleinen, einzig zum ineinandergreifen vorhandenen Rädchen nicht mehr… tja, greifen…dann kann so ein Schwenk schon mal in die Hose gehen. Und der nächste und der nächste und… dann hatte Norman die grandiose Idee den Schwenkarm zu fixieren. Super. Braucht man halt mehr Kraft zum Schwenken, aber immerhin hält der Arm und das Bild verwackelt nicht. Wäre doch nur nicht das eine Stativbein ineinandergerutscht, weil ich mich wegen des Schwenkarms so aufstützen musste, dann wäre ich vielleicht beim Dreh der Über-Druck Folge nicht so unter Druck geraten…

Hier das Ergebnis dieses ereignisreichen, energieaufwendigen und eklatant technisch gestörten Drehs:
http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=278815372

Viel Spaß dabei!

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~ von otzblog - November 21, 2008.

4 Antworten to “Kurz vor durchgedreht”

  1. der ton ist schrottig, aber die bilder sind gut. immerhin haste mal wieder absolutes improvisationstalent gezeigt 😉

  2. Hey Susi! Du erwartest doch nicht, dass ich den Link markiere, kopiere und dann in einem neuen Tab öffne?! Mach das mal „klickbar“ 😉

  3. naja, mittlerweile haben sich auch hier die letzten zugvögel in richtund noch-mehr-im-süden-und-so verpisst.
    acht grad und bewölkt/regenschauer, aber deutschland friert ja gerade zu. deswegen hör ich auch gleich wieder auf mit meckern!

    sei gegrüßt.

  4. Naja, für el Nörg habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit man den Link jetzt auch anklicken kann. Also viel Spaß beim freudigen darauf herum klicken 🙂

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